17. Die Rakete wurde in Siebenbürgen erfunden

Von dem freundlichen Herrn Elmar Schenkel, Schriftsteller und Professor an der Universität Leipzig, ist in der deutschen Zeitung "Die Welt" am 10.7. 2016 ein höchst spannendes Gespräch über Siebenbürgen erschienen. Persönlich habe ich den sympathischen Herrn Elmar im Cafe Landtmann an der Wiener Ringstraße kennen gelernt. Wir sprachen über Gott, die Welt, Siebenbürgen und den Zauber einer Radreise. Elmar Schenkel hat ein schönes Buch geschrieben über Siebenbürgen, es heißt: "Mein Jahr hinter den Wäldern - Aufzeichnungen eines Dorfschreibers" (Connewitzer Verlagsbuchhandlung, 2016). Es geht in diesem um den siebenbürgischen Ort Katzendorf, in dem über die Menschen erzählt wird, die nicht ausgewandert sind, die aber großartige Geschichten erzählen können. Hier wird eine kleine Welt beschrieben, die auch mich und meine Reisegefährten interessiert.

Elmar Schenkel zeigt uns , welcher Zauber mit Siebenbürgen verbunden ist und dass es sich auszahlt, hinter den geheimnisvollen Schleier, der Siebenbürgen umgibt, zu blicken. In dem erwähnten Artikel aus der Zeitung "Die Welt" erfahren wir unter dem Titel "Von Rumänien ins Weltall - Warum die Rakete in Siebenbürgen erfunden wurde" von Elmar Schenkel im Gespräch mit Marc Reichwein, dass die Raumfahrt in Siebenbürgen beginnt. Conrad Haas, ein österreichischer Ingenieur aus Hermannstadt, hat schon im 16. Jahrhundert Raketen mit Mehrstufensystemen gebaut. Später folgt Hermann Oberth, der Raumfahrtpionier, der unter anderem Fritz Lang für die „Frau im Mond“ beraten hat. Vielleicht gibt es eine Art Siebenbürger Mondsucht. Dass die Idee zur Raumfahrt aus dieser abgeschiedenen Gegend stammt, hält Elmar Schenkel für keinen Zufall: " Wenn man sieht, wie eng und traditionsfest die Siebenbürger Sachsen in ihren Kirchenburgen hausten! Enge erzeugt manchmal einen geradezu ballistischen Druck, mit kühnen Ideen herauszuschießen wie eine Rakete.

Elmar Schenkel kam auf Rumänien über den in Katzendorf geborenen Dichter, Dramaturgen und Filmemacher Frieder

Schuller.

Elmar besuchte auch den bekannten rumänisch-deutschen wortgewaltigen Schriftsteller und Pfarrer Eginald Schlattner.

Er erzählt: "Bei ihm zu Hause hängt die alte Karte von Österreich-Ungarn. Die habe ich mit meinen deutschsprachigen Lieblingsautoren abgeglichen: Roth, Polgar, Kafka – eigentlich sind sie alle aus dem einstigen K.-u.-k.-Gebiet."

Schließlich meint Elmar dazu: " In gewisser Weise benutzte Bram Stoker (der Erfinder des "Dracula") Transsilvanien

als ein zweites Irland, mit dem er den Engländern, die sein Land so lange unterdrückten, das Fürchten beibringen wollte.

Nehmen Sie Jules Verne. Schon 1892, sechs Jahre vor „Dracula“, lässt er im „Karpatenschloss“ einen Grafen unheimliche,

aber auch technisch spektakuläre Experimente machen".